Viel beschäftigt, wenig geliefert - Output ist kein Fortschritt
Autor: Peter Götz
Datum:
Wir sind komplett ausgelastet.
Ein Satz, der in vielen Organisationen fast schon als Erfolgsindikator gilt. Volle Kalender, lange Backlogs, viele Initiativen parallel - es passiert ja offensichtlich viel.
Und trotzdem bleibt am Ende oft das Gefühl: Warum kommt so wenig beim Kunden an?
Beschäftigung ist kein Fortschritt
In vielen Teams wird Arbeit mit Fortschritt verwechselt. Solange Menschen beschäftigt sind, fühlt es sich produktiv an. Doch Beschäftigung allein sagt nichts darüber aus, ob Wert entsteht.
Typische Symptome:
- Features werden angefangen, aber selten abgeschlossen
- Liefertermine sind schwer vorherzusagen
- Dringendes verdrängt Wichtiges (und wird von noch Dringenderem übertrumpft 😉)
- Alles ist wichtig, aber nichts hat wirklich Priorität
Der Output steigt, aber der Fortschritt bleibt unsichtbar.
Das eigentliche Problem: zu viel gleichzeitig
Fast immer liegt die Ursache nicht in mangelnder Disziplin oder fehlendem Einsatz, sondern in zu vielen parallelen Initiativen.
Organisationen starten mehr Arbeit, als sie sinnvoll zu Ende bringen können:
- zu viele strategische Themen gleichzeitig
- zu viele Abhängigkeiten zwischen Teams
- zu viele “kleine Dinge”, die angeblich schnell gehen sollen
Das Ergebnis ist kein schnelleres Liefern - sondern längere Durchlaufzeiten und mehr Unsicherheit.
Warum mehr anfangen bedeutet, langsamer fertig zu werden
Je mehr Arbeit gleichzeitig im System ist, desto länger dauert jede einzelne Aufgabe.
Wir warten…
- … auf Entscheidungen
- … auf andere Teams
- … auf Reviews
- … auf Feedback
Arbeit staut sich und Fortschritt schwindet. Und irgendwann wird “noch mehr anfangen” zur vermeintlichen Lösung für ein Problem, das dadurch erst entstanden ist.
Fortschritt entsteht durch Fokus - nicht durch Auslastung
Echter Fortschritt zeigt sich nicht daran, wie viel begonnen wird, sondern daran, wie regelmäßig Wert abgeschlossen wird.
Dafür braucht es:
- klare Prioritäten
- bewusst begrenzte parallele Arbeit
- Sichtbarkeit über den gesamten Wertstrom
- Entscheidungen, was nicht gleichzeitig gemacht wird
Das fühlt sich am Anfang oft riskant an, ist aber der einzige Weg, wieder verlässlich zu liefern.
Wenn Fortschritt sichtbar wird, ändert sich das System
Sobald Arbeit wieder fließt, passiert etwas Entscheidendes:
- Lieferfähigkeit wird einschätzbar
- Teams erleben Abschluss statt Dauerstress
- Stakeholder bekommen echtes Feedback
- Diskussionen verschieben sich von “wer ist schuld?” zu “wo hakt der Fluss?”
Beschäftigung verliert an Bedeutung und Wirkung rückt in den Fokus.
Wie flowdaptic hier unterstützt
Wir kommen nicht, um zu erklären, dass Fokus wichtig ist. Und wir kommen nicht mit Patentlösungen oder Zielbildern von außen.
Wir arbeiten mit Euch daran:
- Arbeit sichtbar zu machen
- parallele Initiativen zu reduzieren
- Engpässe im Wertstrom zu erkennen
- Lieferfähigkeit Schritt für Schritt zu verbessern
Nicht theoretisch, sondern im laufenden Betrieb. Nicht als einmalige Intervention, sondern als gemeinsame Lernreise.
Denn weniger anfangen heißt nicht, weniger zu leisten. Es heißt, endlich fertig zu werden.